Dein Job – ein schlechter Film, in dem du dich gefangen fühlst? 4 Quicktipps für mehr Freude im Job.

Der Karriere-Blog

Dein Job ist momentan mehr zwischenmenschlicher Albtraum als kreativer Arbeitsraum? Dein Chef und deine Arbeitskolleginnen rauben dir den letzten Nerv. Unzählige Meetings, noch mehr Arbeit und dafür immer weniger Sinn in der ganzen Sache. Wenn es dir so oder so ähnlich geht, habe ich jetzt gute Nachrichten für dich. Es gibt einen Ausweg.

Inhalt

Dabei ist es wichtig die folgenden Spielregeln und Rollen  im beruflichen Drehbuch zu kennen:

FIRMA IST BEZIEHUNG

Und Beziehung oft ein Drama (in mehreren Szenen)

Dabei willst du eigentlich nur eines – ein gutes Auskommen mit deinem Chef und deinen Kollegen. Sinnerfüllung und Freude bei der Arbeit an gemeinsamen Zielen.

Aber warum scheint dieser Zustand oft in weiter Ferne?

Indem wir permanent Ausschau nach Harmonie und Freude halten, sind wir gleichzeitig bestrebt, Konflikte in unserem Arbeitsumfeld zu vermeiden und persönliche Ängste zu verdrängen. 

Damit uns das gelingt, nehmen wir unbewusst unterschiedliche Rollen in unserem Arbeitsalltag ein.

Dabei legen wir uns nicht auf eine Rolle fest, sondern switchen bei Bedarf elegant von einer zur nächsten. Häufig spielen wir jedoch jene, die wir in unserer Kindheit am intensivsten gelernt haben.

DIE ROLLEN

Verfolger – Opfer – Retter

Laut dem Psychologen Dr. Stephen Karpman stehen uns drei Rollen zur Auswahl:

der Verfolger, das Opfer und der Retter.

Keine der Rollen ist dabei besser oder schlechter. Denn jeder, der mitspielt – egal in welcher Rolle – hat von Anfang an bereits verloren.

  • Der Verfolger
    Der Verfolger scheint der vermeintlich Mächtige des Spiels zu sein. Er klagt an, hetzt auf, droht und kontrolliert. Er ist derjenige, der andere zu Opfern macht.
    Er hat eher cholerische Züge und mag es gar nicht, wenn die Dinge nicht nach seinen Vorstellungen laufen. 

    Sein Muster:
    Der Verfolger überdeckt mögliche Ängste und Scham durch seine aufbrausende Art und sein Machtgehabe. Er “herrscht” über andere und zieht daraus jene Selbstbestätigung, die er früher von anderen nicht bekommen hat.
  • Das Opfer
    Das Opfer ist der vermeintlich Schwache im Spiel. Ihm werden Dinge (meist vom Verfolger) vorgeworfen. Dem Opfer wird oftmals das Gefühl vermittelt, dass es nicht der Richtige für den Job ist. Was keiner merkt – das Opfer zieht auch einen Nutzen aus seiner Ohnmacht, Hilf- und Machtlosigkeit. 

    Sein Muster:
    Als Opfer erhält man viel der unbewusst gewünschten Aufmerksamkeit, die man vielleicht in Kindheitstagen vermisst hat. Gleichzeitig ist es in der Opferrolle äußerst angenehm, weder die Verantwortung noch die Konsequenzen des eigenen Handelns tragen zu müssen. Denn als Opfer kann man wunderbar den anderen oder den Umständen die Schuld geben.
  • Der Retter
    Der Retter scheint der vermeintlich Ehrenhafte des Spiels zu sein. Die stillschweigenden oder auch laut hörbaren Hilferufe des Opfers lassen den Retter zur Höchstform auflaufen. Der Retter ist am glücklichsten, wenn er das tun kann, was er am besten kann: helfen, schlichten und sich beweisen. Und manchmal dabei auch andere klein machen, nur um selber besser dazustehen. Was er nicht leiden kann – wenn andere seine Mühen nicht sehen.  

    Sein Muster:
    Der Retter stillt durch sein Handeln die Gier nach Anerkennung und Aufmerksamkeit. Dabei meidet er aber eher das direkte Rampenlicht und macht dies gern aus zweiter Reihe. Umso mehr schätzt er es, wenn andere die Werbetrommel für ihn rühren und aufgrund seiner Heldentaten Lobeshymnen über ihn verbreiten.

Erkennst du dich in diesem Film wieder? Dann nutze diese 4 Quicktipps, um dich aus den festgefahrenen Rollen zu befreien:

QUICKTIPP 1 – DECKE UNGESUNDE BEZIEHUNGEN AUF

Ist dir überhaupt schon aufgefallen, dass du Teil eines Spiels bist? Oder bemerkst du es bisher nur daran, dass du unter den dadurch entstandenen, ungesunden Beziehungsstrukturen leidest?

Das Spiel ist auch nicht leicht zu durchschauen.

Damit es dir gelingt, suche Antworten auf die folgenden Fragen:

  • In welchen Rollen findest du dich am ehesten wieder? 
  • Welchen Part spielst du am häufigsten?

Beobachte, welche Rollen du anderen (unbewusst) zu teilst und welche Rollen du zugewiesen bekommst. 

Erst wenn du das aktiv durchschaust, kannst du dein wahres Ich mehr zum Ausdruck bringen. 

QUICKTIPP 2 – STEIG AUS UND SEI DU SELBST

Spiel nicht länger mit. 

Dafür ist es wichtig, dass du mehr Bewusstheit in deine herausfordernden Situationen holst. Finde heraus, welche Muster sich hinter deinem Rollenspiel verbergen.

Du kannst dafür die folgenden Fragen verwenden:

  • Wann nimmst du welche Rolle ein?
  • Welche Mitspieler erkennst du?
  • Welche Rolle hast du als Kind intensiv gelernt?
  • Was versuchst du damit zu umgehen/zu erreichen?
  • Wie fühlst du dich dabei?

Erst wenn für dich klar ist, aus welchem Grund du das Spiel und deine häufigste Rolle einnimmst, kannst du aussteigen.

QUICKTIPP 3 – ÜBERLASSE DEN ANDEREN DAS FILMSET

Bleib dafür konsequent bei dir!

Wenn du Rollen spielst, richtest du deine Aufmerksamkeit automatisch nach außen.

Wenn du das ändern willst, ist das oberste Gebot, den anderen das Film-Set zu überlassen. Achte dafür genau darauf, welche Angelegenheiten wirklich deine sind. Und wo du durch das Einnehmen einer Rolle etwas zu vermeiden oder umgehen versuchst.

Spielst du das Opfer?

Dann übernimm schleunigst Verantwortung für dich und dein Tun und biete dem Verfolger nicht den Text, den er als Antwort auf seine Rolle sucht.

Mimst du gern den Retter?

Wenn du dich dabei ertappst, wie du dich auf dein weißes Ross schwingst, um anderen zu Hilfe zu eilen, stoppe sofort. Gib die Verantwortung in der Sekunde zurück und vertraue darauf, dass jeder seine Herausforderung selbst lösen kann. Du kannst dir selbst ausreichend Aufmerksamkeit und Selbstwert schenken.

Als Verfolger für den Oskar nominiert?

Lerne dir selbst Wertschätzung zuteil werden zu lassen, ohne dass du andere dafür zur Schnecke machst. Gib auch anderen konstruktives Feedback und Lob, wo du bisher nur Kritik und Mißgunst gesät hast. Du bist in der Lage mit deinen Ängsten in erwachsener Art und Weise umzugehen.

Indem du das Schauspiel genau unter die Lupe nimmst und konsequent bei dir bleibst, hast du die Möglichkeit deinem schlechten Film zu entkommen.

QUICKTIPP 4 – SCHREIB DAS DREHBUCH NEU

Sobald du von deiner Rolle abweichst, verändert sich das Drehbuch und somit auch unweigerlich das Verhalten und der Text deiner Kollegen. Denn die anderen brauchen dich für ihre Rolle und werden bemerken, dass du dich aus dem Abhängigkeitsverhältnis rausnimmst.

Sie werden vermutlich versuchen dich zu halten.

Sie brauchen dich für ihre Rolle.

Bleib standhaft – denn letztendlich profitierst nicht nur du, sondern auch deine Kollegen. Es ist ein Befreiungsschlag durch den alle Mitspieler die Möglichkeit bekommen, sich ebenfalls zu entrollen und ihr wahres Ich zu leben.

Denn nur wenn jeder bei sich ist, können aufrichtige Beziehungen und somit ein Umfeld entstehen, in dem du wieder mit Freude arbeitest.

Welches Filmgenre hält dein Job gerade für dich parat? Eher heitere Komödie oder Horrorfilm? Verrate es mir doch in den Kommentaren…

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