Hilfe, mein Job ist in Gefahr! Was kann ich jetzt tun?

Wie du eine drohende Kündigung nutzen kannst, um deine berufliche Zukunft aktiv mitzugestalten. Entscheide selbst, bevor andere es für dich tun.

Meistens beginnt es nicht mit einer offiziellen Ankündigung. Sondern mit einem unguten Gefühl. 

Projekte werden gestoppt. Offene Stellen plötzlich nicht mehr nachbesetzt. Budgets gekürzt. Verantwortlichkeiten verschoben. In Meetings fallen Begriffe wie „Restrukturierung“, „Effizienzsteigerung“ oder „Neuausrichtung“. Man merkt, dass es dem Unternehmen wirtschaftlich nicht mehr so gut geht.

Vielleicht gibt oder gab es bereits Gespräche mit dem Betriebsrat. Vielleicht kursieren erste Gerüchte über einen Stellenabbau im Buschfunk. Oder du merkst, dass dein Aufgabenbereich durch Automatisierung und Künstliche Intelligenz zunehmend unter Druck gerät.

Und irgendwann ist sie da, diese eine Frage in deinem Kopf:

Ist mein Arbeitsplatz eigentlich noch sicher?

Unsicherheit ist bei vielen Arbeitnehmern in Österreich an der Tagesordnung. Nicht nur bei der jungen Generation Z, sondern auch immer mehr bei langjährigen Facharbeitern und Experten. Eine gute Laufbahn bietet heutzutage keine Sicherheit mehr. 

Berufliche Unsicherheit kann sehr belastend sein. Nicht zu wissen, was kommt, kostet oft genauso viel Kraft wie eine schwierige Entscheidung selbst. Das tägliche Wechselbad der Gefühle nimmt im Kopf viel Raum ein. 

Aber ich habe eine gute Nachricht für dich: Solange noch nichts entschieden ist, noch nichts offiziell ist, hast du noch Handlungsspielraum. Genau jetzt kannst du noch etwas für deine Zukunft und deine Karriere tun. Und wenn du Dinge in Angriff nimmst und einen Plan verfolgst, hat dein Kopf nicht mehr so viel Platz für das Gedankenkarussell. 

Was du jetzt konkret tun kannst, zeige ich dir Schritt für Schritt. 

1. Nimm deine Sorgen ernst!

Wenn du das Gefühl hast, dass sich etwas verändert, solltest du diese Gedanken nicht einfach beiseiteschieben. Viele Menschen versuchen zunächst, sich einzureden, dass schon alles gut gehen wird. Irgendwie geht’s immer weiter. 

Das kann kurzfristig beruhigen, nimmt dir aber die Möglichkeit, dich bewusst vorzubereiten. Triff lieber die Entscheidungen für dich selbst, bevor jemand anders sie für dich trifft. Aber eine Entscheidung muss nicht direkt heißen, dass du die Flucht ergreifen sollst – es kann auch die Entscheidung für eine gute Vorbereitung sein.

Vermeide es, in Panik zu geraten. Das klingt jetzt so einfach – aber aus meiner Erfahrung kann ich dir sagen: Nicht jede Veränderung führt automatisch zu einer Kündigung. Versuch deshalb, deine Situation möglichst realistisch und nüchtern einzuschätzen und dich nicht von Gerüchten oder Vermutungen leiten zu lassen.

2. Beobachte die Entwicklungen im Unternehmen

Veränderungen gehören heute in vielen Unternehmen zum Alltag. Und neue Technologien, wirtschaftliche Herausforderungen oder strategische Entscheidungen können eben auch dazu führen, dass sich Aufgaben und Strukturen verändern.

Achte deshalb aufmerksam darauf, was in deinem Unternehmen passiert. Gibt es schon die ersten Warnzeichen, wie zum Beispiel:

  • Schlechte wirtschaftliche Lage und Kurzarbeit? Kurzarbeit ist natürlich kein eindeutiges Zeichen dafür – aber sie kann ein Vorbote sein.
  • Eine bevorstehende Unternehmensfusion oder vielleicht sogar ein Verkauf?
  • Brodelt die Gerüchteküche schon?
  • Hast du das Gefühl, dass du nicht mehr alles mitbekommst und vieles hinter verschlossenen Türen passiert?
  • Bist du mit deinem Chef auf Kriegsfuß? Das allein muss dir keine Sorge bereiten – aber es kann Einfluss auf Entscheidungen der Führungskraft nehmen.
  • Wurden andere Kollegen schon entlassen?
  • Die Mitarbeiter erhalten nicht mehr pünktlich ihr Gehalt.
  • Gibt es plötzlich wichtige personelle Veränderungen in der Personalabteilung?
  • Du merkst, dass du keine sinnvollen Aufgaben mehr bekommst.

All das muss nichts Schlechtes bedeuten. Es wäre aber falsch, solche Anzeichen zu ignorieren. Lieber bist du aufs Schlimmste vorbereitet und es geht dann gut aus, als wenn dich das Schlimmste ohne Vorbereitung überrascht.

Daher überleg dir: Was weißt du wirklich, was vermutest du nur und wo kannst du verlässliche Informationen bekommen?

Wenn du so weit bist: Führe ein Gespräch mit deinem Vorgesetzten

Oder mit dem Betriebsrat oder jemandem aus dem HR.

Denn wenn dein Bauchgefühl und die Entwicklungen im Unternehmen dir sagen, dass du berechtigte Sorge hast, dann scheu dich nicht davor, darüber zu reden. 

Warte nicht auf die Schritte anderer, sondern mach selbst den ersten Schritt, indem du das Gespräch suchst. Frag konkret nach, wie es um deinen Job steht. Sag, dass du dir Gedanken gemacht und dir überlegt hast, wie es auch für dich weitergehen kann. Und vor allem: Frag, wie sich das Unternehmen die weiteren Schritte vorstellt.

Genau an diesem Punkt kannst du auch aktiv mitverhandeln. Zum Beispiel die Unterstützung durch das Unternehmen NACH der Kündigung in Form eines Outplacement Coachings

Was ist Outplacement Coaching?

Outplacement Coaching begleitet dich bei deiner beruflichen Neuorientierung – von der Standortbestimmung über die Karriereberatung bis zur Bewerbung. Die Kosten für die Beratung kann dein Arbeitgeber übernehmen. Sprich das am besten an, bevor du etwas unterschreibst.

3. Bring deine Bewerbungsunterlagen auf den neuesten Stand

Jetzt mal Hand aufs Herz: Wann hast du zuletzt deine Bewerbungsunterlagen angeschaut? 

Auch wenn du gerade nicht aktiv auf Jobsuche bist, lohnt es sich, deinen Lebenslauf aktuell zu halten. Ergänze neue Projekte, Weiterbildungen und berufliche Erfolge, solange sie dir noch präsent sind.

Viele Menschen beginnen damit erst nach einer Kündigung – dann oft unter großem Zeitdruck. Deutlich angenehmer ist es, vorbereitet zu sein und zu wissen, dass du im Ernstfall sofort handlungsfähig bist. 

Allein dieses Gefühl kann dir bereits ein Stück Sicherheit zurückgeben. Weil du weißt, dass alles auf einem aktuellen Stand ist und du dich nicht mehr drum kümmern musst.

4. Mach dir bewusst, was du kannst

Gerade in unsicheren Zeiten geraten die eigenen Fähigkeiten schnell in den Hintergrund. Stattdessen kreisen deine Gedanken häufig nur um die Frage, ob du gut genug bist. Ob dich überhaupt noch ein Arbeitgeber will? 

Ja, eine (bevorstehende) Kündigung kann auch das Selbstwertgefühl zerstören. 

Richte deinen Blick deshalb bewusst wieder auf das, was du mitbringst: 

  • Welche Aufgaben erledigst du besonders gerne? 
  • Wofür wirst du von Kolleginnen und Kollegen geschätzt? 
  • Welche Herausforderungen hast du in den vergangenen Jahren gemeistert?
  • Was hast du schon alles erreicht?

Oft wird dir bei den Gedanken darüber erst bewusst, wie viel Erfahrung und Kompetenz bereits vorhanden ist. Dieses Bewusstsein stärkt nicht nur dein Selbstvertrauen, sondern bildet auch eine wichtige Grundlage für jede berufliche Neuorientierung.

5. Pflege dein berufliches Netzwerk

Viele spannende berufliche Chancen entstehen über persönliche Kontakte. Gerade dann, wenn es auf dem Arbeitsmarkt schlecht aussieht. Deshalb lohnt es sich, dein Netzwerk nicht erst dann zu aktivieren, wenn bereits eine Kündigung ausgesprochen wurde.

Bleib mit ehemaligen Kolleginnen und Kollegen im Austausch, besuche berufliche Veranstaltungen oder nutze berufliche Netzwerke wie LinkedIn oder XING.

Nicht mit dem Ziel, sofort den Arbeitgeber zu wechseln, sondern um neue Möglichkeiten kennenzulernen und den Kontakt zu Menschen aus deiner Branche zu halten. Es ist auch nicht verkehrt, wenn du offen ansprichst, dass du beruflichen Veränderungen nicht abgeneigt bist. Wenn du ein Signal sendest, öffnet sich manchmal eine Tür, von der du gar nicht wusstest, dass sie existiert. 

6. Warte nicht darauf, dass andere über deine Zukunft entscheiden

Entscheide lieber selbst.

Vielleicht stellt sich am Ende heraus, dass deine Sorgen unbegründet waren. Dann hast du nichts verloren. Nur ein bisschen Erfahrung gewonnen. 

Vielleicht merkst du aber auch, dass du dir unabhängig von der aktuellen Situation schon länger eine Veränderung wünschst. Auch das kann eine wichtige Erkenntnis sein.

Je früher du dich mit deinen Wünschen, Zielen und Möglichkeiten beschäftigst, desto größer bleibt dein Handlungsspielraum. Du triffst Entscheidungen dann aus eigener Überzeugung und nicht unter Zeitdruck. Oder weil andere für dich entschieden haben.

7. Hol dir Unterstützung

Berufliche Unsicherheit musst du nicht allein bewältigen.

Ein professionelles Karrierecoaching hilft dir dabei, deine Situation zu sortieren, deine Stärken sichtbar zu machen und eine individuelle Strategie für deine nächsten Schritte zu entwickeln.

Manchmal reicht schon ein Gespräch, um aus vielen offenen Fragen wieder Klarheit entstehen zu lassen. Es geht nicht darum, dich möglichst schnell zu einem Jobwechsel zu bewegen. Es geht darum, herauszufinden, welcher Weg wirklich zu dir passt und wie du ihn selbstbewusst gehen kannst.

Fazit: Sieh Veränderungen nicht nur als Bedrohung

Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz übernehmen zunehmend Routineaufgaben und verändern viele Berufsbilder. Dazu noch Wirtschaftskrisen und Fehlentscheidungen von Unternehmen, auf die du keinen Einfluss hast.

Das kann verunsichern. Aber lass dich davon nicht unterkriegen. Beuge Unsicherheit vor, indem du selbst Dinge in die Hand nimmst. Und wenn du dabei Unterstützung benötigen solltest: Melde dich gerne.

Bild von Manuela Baierl
Hi, ich bin Manuela Baierl und ich brenne dafür, dass Frauen WIRKLICH das im Leben TUN, was sie erfüllt. Zu 100%. Ohne Kompromisse. Ich weiß, es ist oft tricky, herauszufinden wie der Idealjob aussieht, der einen zufrieden macht. Du wünschst dir Unterstützung? Hier geht's zu mehr Freude im Job.

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