Beruflich unsicher, wo du ansetzen sollst? Wie dir das GROW-Modell helfen kann

Vielleicht kennst du das: Du weißt, dass sich beruflich etwas verändern soll. Nicht unbedingt alles – aber so, wie es gerade ist, passt es nicht mehr richtig. Du denkst darüber nach, vielleicht sprichst du mit Freund*innen darüber, und trotzdem bleiben deine Gedanken diffus. Es fehlt nicht an Motivation, sondern an Klarheit, wo du überhaupt ansetzen sollst.

Genau an dieser Stelle scheitern viele nicht an mangelnder Motivation, sondern an fehlender Struktur. Gedanken drehen sich im Kreis, Ziele bleiben vage. Das GROW-Modell setzt genau hier an. Es ist kein Motivationstool und kein Selbstoptimierungsversprechen, sondern ein klarer Denkrahmen, der dir hilft, Ordnung in komplexe berufliche Fragen zu bringen.

Was steckt hinter dem GROW-Modell?

Das Besondere am GROW-Modell ist seine Klarheit. Es unterteilt einen Entscheidungs- oder Entwicklungsprozess in vier aufeinanderfolgende Denkphasen. Jede dieser Phasen hat eine klare Aufgabe und verhindert typische Denkfehler, die sonst schnell passieren.

Im Alltag vermischen wir diese Schritte oft. Wir denken über ein Ziel nach und springen sofort zu Lösungen. Oder wir sehen ein Ziel vor uns und blockieren uns gleichzeitig mit allen möglichen Hindernissen. Das GROW-Modell trennt diese Ebenen bewusst. Es sorgt dafür, dass du dich immer nur mit einer Fragestellung gleichzeitig beschäftigst – und genau dadurch entsteht Fokus.

Ziel > Realität > Möglichkeiten > Umsetzung

Im ersten Schritt geht es ausschließlich um das Ziel. Nicht um das „Wie“, sondern um das „Was“. Was möchtest du konkret erreichen? Woran würdest du erkennen, dass du dein Ziel erreicht hast? Diese Phase schafft Richtung und Fokus.

Danach folgt der Blick auf die Realität. Hier analysierst du deine aktuelle Situation möglichst nüchtern. Wo stehst du gerade? Welche Erfahrungen, Ressourcen und Rahmenbedingungen bringst du mit? Welche Herausforderungen sind tatsächlich vorhanden? Dieser Schritt trennt Wunschdenken von Machbarkeit, ohne dich auszubremsen.

Erst danach öffnet sich der Raum für Möglichkeiten. Jetzt geht es darum, verschiedene Wege zu sammeln, wie du dein Ziel erreichen könntest. In dieser Phase wird noch nicht bewertet oder entschieden. Kreativität ist ausdrücklich erlaubt, weil Vielfalt später bessere Entscheidungen ermöglicht.

Im letzten Schritt geht es um Umsetzung. Du entscheidest dich bewusst für einen Weg, formulierst konkrete nächste Schritte und legst fest, wann du ins Tun kommst.

Die vier Phasen des GROW-Modells – deine konkrete Anleitung

1. Ziel klären: Formuliere, was du wirklich erreichen willst

Beginne damit, dein Ziel bewusst zu formulieren. Nimm dir dafür Zeit und widerstehe der Versuchung, zu schnell weiterzugehen. Es reicht nicht zu wissen, dass sich „etwas ändern soll“. Frage dich stattdessen, was am Ende konkret anders sein soll als heute. Woran würdest du merken, dass du dein Ziel erreicht hast? Was wäre dann in deinem Berufsalltag spürbar verändert?

Achte darauf, dein Ziel so zu formulieren, dass es überprüfbar wird. Nicht perfekt, sondern greifbar. Je klarer dein Ziel, desto leichter fällt dir jeder weitere Schritt. Wenn du hier unscharf bleibst, wirst du später immer wieder ins Grübeln kommen.

2. Realität betrachten: Schau ehrlich auf deine aktuelle Situation

Wenn dein Ziel klar ist, richte den Blick bewusst auf den Ist-Zustand. Versuche, deine aktuelle Situation so zu beschreiben, wie sie tatsächlich ist – nicht, wie sie sein sollte. Welche Aufgaben füllen deinen Alltag und geben dir Energie? Was bezweckst du mit deinem Tun? Wo übernimmst du Verantwortung? Welche Stärken und Fähigkeiten setzt du ein?

Frage dich auch, was du bisher unternommen hast, um deinem Ziel näherzukommen, und was dabei funktioniert oder nicht funktioniert hat. Dieser Schritt ist kein Selbsturteil, sondern eine Standortbestimmung. Er gibt dir einen realistischen Rahmen, in dem sich dein Ziel bewegen kann.

3. Möglichkeiten entwickeln: Denke in Optionen, nicht in Entscheidungen

Erst jetzt geht es um mögliche Wege. Lass in diesem Schritt bewusst alles zu, was grundsätzlich denkbar ist. Frage dich, auf welche Arten du deinem Ziel näherkommen könntest. Welche Ressourcen stehen dir zur Verfügung, welche könntest du aktivieren? Welche Menschen könnten dich unterstützen oder dir neue Perspektiven eröffnen?

Wichtig ist, dass du hier noch keine Entscheidung triffst. Es geht nicht darum, was bequem oder schnell ist, sondern darum, Wahlmöglichkeiten zu schaffen. Je mehr Optionen du siehst, desto souveräner wirst du dich später entscheiden.

4. Umsetzung festlegen: Triff eine Entscheidung und komm ins Handeln

Im letzten Schritt wird aus Nachdenken Bewegung. Wähle bewusst einen Weg, der zu deinem Ziel und deiner aktuellen Realität passt. Frage dich, was der erste konkrete Schritt ist, den du tatsächlich umsetzen kannst. Kein Großprojekt, sondern ein machbarer erster kleiner Schritt.

Lege fest, wann du diesen Schritt gehst und woran du erkennst, dass du vorankommst. Dieser Teil sorgt dafür, dass dein Ziel nicht wieder im Alltag untergeht. Aus einem Gedanken wird eine Handlung – und aus Klarheit entsteht Veränderung.

Wofür sich die GROW-Methode besonders eignet

In der Praxis zeigt sich, dass das GROW-Modell besonders bei beruflichen Entscheidungen funktioniert, die nicht rein fachlich sind. Es eignet sich für Entwicklungsschritte, Neuorientierung oder Rollenklärung – überall dort, wo kein klarer „richtiger“ Weg vorgegeben ist.

Es hilft dir, Verantwortung für deinen nächsten Schritt zu übernehmen, ohne dich unter Druck zu setzen.

Fazit: Ein klarer Rahmen für bewusste Karriere-Entscheidungen

Das GROW-Modell bringt Ordnung in Gedanken, die sonst diffus bleiben. Es hilft dir, innezuhalten, Klarheit zu gewinnen und bewusste Entscheidungen zu treffen – nicht schneller, sondern stimmiger.

Wenn dich berufliche Ziele beschäftigen, ohne dass sie greifbar werden, liegt das selten an fehlendem Willen. Meist fehlt ein klarer Denkrahmen. Genau dafür ist das GROW-Modell gemacht.

Bild von Manuela Baierl
Hi, ich bin Manuela Baierl und ich brenne dafür, dass Frauen WIRKLICH das im Leben TUN, was sie erfüllt. Zu 100%. Ohne Kompromisse. Ich weiß, es ist oft tricky, herauszufinden wie der Idealjob aussieht, der einen zufrieden macht. Du wünschst dir Unterstützung? Hier geht's zu mehr Freude im Job.

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